Einkaufsgemeinschaft HSK AG
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SwissDRG

SwissDRG (Swiss Diagnosis Related Groups) ist das seit 2012 geltende Tarifsystem für stationäre akutsomatische Spitalleistungen, welches die Vergütung mit Fallpauschalen schweizweit einheitlich regelt.

Dank dieser einheitlichen Tarifstruktur lässt sich ein Richtwert (Benchmarkwert) ermitteln, welcher die Grundlage für die datenbasierten Tarifverhandlungen bildet. Da sich das Benchmarkverfahren der Einkaufsgemeinschaft HSK in den vergangenen Jahren bewährt hat, wendete HSK bereits zum dritten Mal ihr eigenes Verfahren an. Der HSK-Benchmarkwert für das Tarifjahr 2018 beträgt 9‘608 Franken.

Preisfindung

Entsprechend den Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts (BVG) wendet die Einkaufsgemeinschaft HSK ein zweistufiges Modell zur Preisfindung an. Die erste Stufe beschreibt ein schweizweites Benchmarking, also das Ermitteln eines Benchmarkwerts. In der zweiten Stufe geht es um die spitalindividuellen Preisverhandlungen.

Ablauf des zweistufigen Preisfindungsmodells nach HSK

Ablauf des zweistufigen Preisfindungsmodells nach HSK

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1. Stufe Benchmarking

Da noch kein nationales Benchmarkverfahren besteht, führte HSK auch für das kommende Tarifjahr ein eigenes Verfahren durch.

Schritt 1: Einforderung der Kosten- und Leistungsdaten

In einem ersten Schritt werden jährlich die vollständig, detailliert und transparent ausgewiesenen Kosten- und Leistungsdaten aller Spitäler eingefordert. HSK erwartet dafür von allen Leistungserbringern die Kostenvollversion der ITAR_K Daten. Hierbei handelt es sich um eine Ermittlungsmethode, mit der sich die tarifrelevanten Betriebskosten national einheitlich, gesetzeskonform und nachvollziehbar herleiten lassen.

Schritt 2: Plausibilitätsprüfung der Daten

Unter Berücksichtigung diverser Ausschlusskriterien (siehe Benchmark Fact sheet 2.3) konnten insgesamt 129 Spitäler aus allen BFS-Spitalkategorien inkl. Universitätsspitäler einbezogen werden. Nach Überprüfung der 2017 eingereichten Daten auf deren Vollständigkeit und Richtigkeit kann folgendes festgehalten werden:

  • Alle Kantone sind enthalten. In 13 Kantonen liegt der Abdeckungsgrad (Anteil der Spitäler, die für den Benchmark berücksichtigt werden konnten) bei 100%
  • Der Benchmarkwert enthält Daten von Spitälern aller BFS-Spitalkategorien
  • Über 80% des gesamtschweizerischen Casemixvolumens sind abgedeckt

Somit ist die Grundlage für einen repräsentativen Benchmark gegeben.

Schritt 3: Berechnung der benchmarkrelevanten Betriebskosten

Von den Betriebskosten der Spitäler werden alle KVG-Fremdkosten, wie zum Beispiel Mehrleistungen aus dem Zusatzversicherungsbereich, abgezogen. Das detaillierte Berechnungsschema finden Sie ausführlich im Benchmark Fact sheet unter 2.9.1 (Seite 7f) beschrieben.

Schritt 4: Wahl des Verfahrens

Die Einkaufsgemeinschaft HSK ermittelt den Benchmark ungewichtet, da ein gewichtetes Verfahren zu verzerrten Resultaten im Kostenvergleich der Spitäler führt.

Dies zeigt zum Beispiel die «Gewichtung nach Casemix (CM)»: Alle Fälle aller Spitäler multipliziert mit dem jeweiligen Schweregrad (Relativgewicht) ergibt das Casemixvolumen. Da Universitätskliniken und teilweise Kantonsspitäler (BFS-Kategorien K111, K112) überwiegend komplexere Fälle vorweisen, nehmen sie rund ¾ des Casemixvolumens ein. Die Gewichtung hätte zur Folge, dass der Benchmark (BM) für die Spitäler der anderen Kategorien zu hoch angesetzt würde:

BM ungewichtet

BM gewichtet nach CM

40. Perzentil CHF 9'885 CHF 10'010
30. Perzentil CHF 9'608 CHF 9'778
20. Perzentil CHF 9'410 CHF 9'571


Schritt 5: Bestimmung des Benchmarkwerts

Nach der Ermittlung der benchmarkrelevanten Betriebskosten und der Wahl des Verfahrens erfolgt das effektive Benchmarking, welches den Richtwert der Spitäler festlegt, die ihre Leistungen in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen (Artikel 49 Abs. 1 KVG).

Wird der Wert zu tief angesetzt, bedeutet das einerseits, dass die Mehrheit der Spitäler «unwirtschaftlich» ist. Wird der Wert andererseits zu hoch angesetzt, haben weniger Spitäler den Anreiz für eine effizientere Leistungserbringer. Ein solcher Benchmark würde höhere Kosten bewirken. Die Einkaufsgemeinschaft HSK betrachtet seit dem Jahr 2015 für die Bemessung des Benchmarkwerts das 30. Perzentil als angemessen.

Daraus ergibt sich für das Tarifjahr 2018 ein Benchmarkwert von 9‘608 Franken:

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2. Stufe: Individuelle Preisverhandlungen

Für die zweite Stufe der Preisfindung stellt der kostenbasierte Benchmark ein wesentliches Element dar. Auf dieser Grundlage entwickelte HSK eine Möglichkeit, die Spitäler untereinander zu vergleichen um leistungsgerechte Baserates individuell verhandeln zu können.

Weiterführende Analysen zeigen, dass sich die BFS-Spitalkategorien allein nicht für einen Spitalvergleich eignen. Auch die kantonalen Kostenunterschiede, wie beispielsweise Miet- oder Lohnkosten, müssen für die individuellen Preisverhandlungen berücksichtigt werden.

Erkenntnisse:

  • Die BFS-Spitalkategorien eignen sich nicht für einen sachgerechten Betriebsvergleich, da wichtige Indikatoren unberücksichtigt bleiben: Endversorgerspitäler weisen höhere kalkulatorische Kosten als andere aus, Grundversorgerspitäler zeigen eine grosse Streuung sowie einen relativ hohen Mittelwert (Median).
  • Die kostenbasierten Baserates sind kantonal sehr unterschiedlich: Beispielsweise sind die Kosten im teuersten Kanton über 30% höher als im Kanton mit den geringsten Kosten. Das Kostenniveau in Kantonen, die ausschliesslich ein Grundversorgungsspital haben, ist teilsweise höher als in Kantonen mit Universitäts- und/oder Kinderspitälern. Ebenfalls weisen Kantone mit überdurchschnittlich vielen Grundversorgungsspitälern mit kleiner Bettenzahl höhere Kosten aus.
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Spitalvergleich mittels eindimensionalem Model

Um die Ähnlichkeit zwischen Kliniken an Hand bestimmter Indikatoren sichtbar zu machen, hat das BAG einen Algorithmus auf Basis der Manhattan Distanz für einen Betriebsvergleich entwickelt. HSK baut auf diesem Ansatz auf, verwendet aber nicht nur wie vom BAG vorgesehen drei, sondern die nachfolgenden sieben Indikatoren:

  • Angesteuerte DRG
  • Anzahl Fälle
  • Casemix Index (CMI)
  • Verweildauer-Quotient
  • Anzahl Assistenzarztstellen
  • Endversorgerspital
  • Anerkannte Notfallstation (neu seit 2017)

HSK bewertet hierzu pro Klinik die Indikatoren mit einem Wert zwischen 0 und 100. Im Anschluss werden die einzelnen Summen in Form eines Punktes auf einem Zahlenstrahl abgebildet. Ähnliche Summen lassen auf ähnliche Ausprägungen der Spitäler schliessen.

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Spitalvergleich mittels dreidimensionalem Model

Das eindimensionale Modell allein zu verwenden, um die Spitäler in statistisch signifikante Cluster einzuteilen und untereinander vergleichbar zu machen, reicht für eine spitalindividuelle Preisverhandlung nicht aus. Deshalb kommt die Hauptkomponentenanalyse (PCA) ins Spiel, die auf Metriken wie der Manhattan Distanz aufbaut. Anhand der PCA werden die sieben genannten Indikatoren pro Spital verwendet, um ähnliche Spitäler in sogenannten Cluster zu gruppieren. Das Ergebnis dieser Methode ergibt sieben Cluster:

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HSK-Spitalkategorien (Cluster) Beinhaltet folgende BFS-Spitalkategorien
1 Universitätsspitäler K111
2 Endversorger K112
3 Kinderspitäler K233
4 Zentrumsversorger K112
5 Grundversorger K121, K122, K123, K231, K234
6 Kliniken ohne Notfall
(Spezialkliniken u. Grundversorger)
K122, K123, K231, K232, K234, K235
7 Geburtshäuser K232


Verhandlung

Durch das HSK-Verfahren lassen sich die Spitäler innerhalb der Kategorien sehr gut vergleichen. Damit ist eine gute Basis für die individuellen Preisverhandlungen geschaffen. Mit der Festlegung des Benchmarkwerts auf dem 30. Perzentil und der Anwendung der Hauptkomponentenanalyse entspricht einerseits der HSK-Benchmarkwert den Wirtschaftlichkeitskriterien nach KVG und lässt andererseits Spielraum für die spitalindividuellen Verhandlungen.

Die analytische Methode zeigt ausserdem klar auf, dass bei der Preisfindung beispielsweise zu berücksichtigen ist, ob eine Klinik sich auf elektive Eingriffe spezialisiert, keine Notfall-Aufnahmepflicht hat oder ob es sich um ein Spital am Ende der Versorgungskette handelt, welches potentiell defizitäre Fälle nicht weiterverlegen kann.

Der HSK-Benchmarkwert von 9'608 Franken wird zusätzlich durch bereits verhandelte Tarife validiert. Zum einen liegen ab dem Tarifjahr 2016 genehmigte Tarife über alle Spitalkategorien vor. Der Median dieser rechtskräftigen HSK-Baserates liegt bei 9‘600 Franken und entspricht damit nahezu dem aktuellen kostenbasierten Benchmark. Auch die zum Zeitpunkt der Benchmarkveröffentlichung bereits verhandelten Tarife für 2018 von über 90 Spitälern zeigen ein ähnliches Bild. Der Median dieser verhandelten Preise liegt bei 9‘590 Franken.


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Datenlieferung ITAR_K 2017

Für die Datenlieferung bitten wir Sie, uns die vollständig ausgefüllte Vollversion ITAR_K 7.0 im Excel-Format zuzustellen. Die Einkaufsgemeinschaft HSK erwartet von allen Leistungserbringern die Vollversion der ITAR-K Daten und verzichtet dafür auf das zusätzliche Datenblatt.

Die vollständigen ITAR-K Daten erwarten wir per E-Mail bis am 31. Mai 2017.

Denken Sie daran, dass die jährliche Datenlieferung auch bei Kliniken mit Mehrjahresverträgen vertraglich vereinbart und notwendig ist. Diese Daten benötigen wir für den Benchmark.

Ihr direkter Kontakt

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Daniel Maag

Leiter Region Deutschschweiz | Tarifmanager SwissDRG
T +41 58 340 41 29
d.maag