Einkaufsgemeinschaft HSK AG
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Psychiatrie

In der Psychiatrie kommt die Tarifstruktur TARPSY zur Anwendung. Sie berücksichtigt die Leistung einer Klinik, indem sie Patientenfälle anhand von Hauptdiagnose, Alter, Schweregrad der Erkrankung und Nebendiagnosen in Kostengruppen (PCG) einteilt. Diese werden mittels unterschiedlichen Tagespauschalen abgegolten.

Seit dem 1. Januar 2018 gilt für den stationären Leistungsbereich der Erwachsenenpsychiatrie die nationale Tarifstruktur TARPSY. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist die Anwendung von TARPSY ab 1. Januar 2019 verbindlich.

Die bisher angewendeten Tagespauschalen waren unabhängig von der Intensität der notwendigen Betreuung für alle Patienten einer Klinik gleich hoch. Die Tarifstruktur TARPSY schafft deshalb insgesamt höhere Kosten- und Leistungstransparenz im stationären psychiatrischen Bereich in der ganzen Schweiz. Die Tarifstruktur ist als ein lernendes System aufgebaut, sodass sie anhand erhobener Daten kontinuierlich weiterentwickelt werden kann. Sie stellt damit die Grundlage für eine sachgerechtere Finanzierung und somit zur effizienteren bzw. wirtschaftlicheren Organisation der Gesundheitsversorgung.

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Stationäre Psychiatrie: Benchmark TARPSY

Weil im Bereich TARPSY noch kein nationaler Benchmark vorliegt, führte die Einkaufsgemeinschaft HSK erstmals ein eigenes Benchmarkverfahren durch.

Ablauf des TARPSY-Benchmarkingverfahren nach HSK
Ablauf des TARPSY-Benchmarkingverfahren nach HSK

Schritt 1: Einforderung der Kosten- und Leistungsdaten

In einem ersten Schritt werden jährlich die vollständig, detailliert und transparent ausgewiesenen Kosten- und Leistungsdaten aller Kliniken eingefordert. HSK erwartet dafür von allen Leistungserbringern die Kostenvollversion der ITAR_K Daten. Hierbei handelt es sich um eine Ermittlungsmethode, mit der sich die tarifrelevanten Betriebskosten national einheitlich, gesetzeskonform und nachvollziehbar herleiten lassen.

Schritt 2: Plausibilitätsprüfung der Daten

Unter Berücksichtigung diverser Ausschlusskriterien (siehe Benchmark Fact sheet 2.4) konnten insgesamt 48 Kliniken berücksichtigt werden. Nach Überprüfung der 2018 eingereichten Daten auf deren Vollständigkeit und Richtigkeit kann folgendes festgehalten werden:

  • Er basiert auf plausibilisierten Daten von 48 Kliniken, verteilt über 18 Kantone
  • Er enthält Daten aller Typen von psychiatrischen Kliniken (Suchtkliniken, Kinder- und Jugendpsychiatrische Kliniken, Psychiatrische Kliniken für Erwachsene, gemischte Psychiatrische Kliniken, Psychiatrische Universitätskliniken)
  • Es wurde eine gesamtschweizerisch einheitliche Berechnungsmethode gewählt

Schritt 3: Berechnung der benchmarkrelevanten Betriebskosten

Von den Betriebskosten der Kliniken werden alle KVG-Fremdkosten, wie zum Beispiel Mehrleistungen aus dem Zusatzversicherungsbereich, abgezogen. Das detaillierte Berechnungsschema finden Sie ausführlich im Benchmark Fact sheet unter 2.5 beschrieben.

Schritt 4: Bestimmung des Benchmarkwerts

Nach der Ermittlung der benchmarkrelevanten Betriebskosten erfolgt das effektive Benchmarking, welches den Richtwert der Kliniken festlegt, die ihre Leistungen in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen (Artikel 49 Abs. 1 KVG). Der Benchmark wird durch das ausgewählte Perzentil festgelegt.

Wird das Perzentil zu tief angesetzt, bedeutet das einerseits, dass die Mehrheit der Kliniken «unwirtschaftlich» ist. Wird das Perzentil andererseits zu hoch angesetzt, haben weniger Kliniken den Anreiz für eine effizientere Leistungserbringung. Ein solcher Benchmark würde höhere Kosten bewirken.

Das BVGer hat sich bisher nicht zum «richtigen» Massstab oder Perzentil-Wert geäussert mit welchem dieser Richtwert für die Tariffindung definiert werden soll. Jedoch wurde in einem Urteil vom 12. April 2018 (C2921/2014) erwähnt, dass die Tatsache, dass die Spitaltarife nicht aus einem effektiven Wettbewerb zwischen den Kliniken resultieren, für einen tieferen Perzentil-Wert sprechen.

HSK hat aufgrund der Einführungsphase von TARPSY, in Analogie zur Einführungsphase von DRG, das Perzentil relativ hoch bei 40% festgelegt. Die Wahl des 40. Perzentil wurde damals auch vom BVGer gestützt (BVGer C 2283/2013 und C 3617/2013).

Daraus ergibt sich für das Tarifjahr 2019 ein Benchmarkwert von 658 Franken:

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Datenlieferung ITAR_K 2019

Für die Datenlieferung bitten wir Sie, uns die vollständig ausgefüllte Kosten-Vollversion ITAR_K 9.0 inkl. detailliertem Ausweis des ambulanten Bereiches im Excel-Format zuzustellen. Gemäss Rechtsprechung (BVGer-Urteil C-1918-2016) erwartet HSK die Vollversion ITAR_K inkl. Anlagebuchhaltung (Format KS-Export Krankenhausstatistik BFS) und verzichtet dafür auf zusätzliche Datenblätter.

Bei den Psychiatrischen Kliniken bitten wir um eine Aufteilung nach den tarifierten Kostenträgern. Wichtig ist, dass zwischen der Akutpsychiatrie für Erwachsene und der Kinder- und Jugendlichen differenziert wird.

  • Erwachsene
  • Kinder- und Jugendliche
  • Forensik sofern nicht unter TARPSY
  • Ambulante Tageskliniken
  • Home-Treatment-Programme

Die vollständigen ITAR-K Daten erwarten wir per E-Mail bis am 31. Mai 2019.

Sie sind wichtig für die Erstellung von Tarifvergleichen und für das neue HSK-Benchmarking.
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Ambulante Tages- und Nachtkliniken

Aufenthalte in psychiatrischen Tages- und Nachtkliniken gelten gemäss Artikel 5 VKL als ambulante Behandlung. Die KVG-Pflichtleistungen können entweder im Rahmen der Einzelleistungstarife oder in Form von Pauschalen abgerechnet werden. Die Abgrenzung von OKP-Pflichtleistungen zu Nicht-Pflichtleistungen gestaltet sich in der Praxis schwierig. Zudem sind die psychiatrischen Tageskliniken von ihrer Ausrichtung und Arbeitsweise her sehr unterschiedlich aufgestellt. Dazu fehlt jedoch ein Vergleichsstandard, der verhindert, dass man grundverschiedene Angebote in denselben Topf wirft.

Eine undifferenzierte Abgeltung (wie bisher praktiziert) kann weder aus Sicht des KVG noch aus Sicht der kantonalen Gesetze weiter geführt werden. Das Bundesverwaltungsgericht hat in mehreren Urteilen zu Tagesklinik-Tarifen festgehalten, dass die Leistungen transparent ausgewiesen werden müssen. Nicht-OKP-pflichtige, versorgungsnotwendige Leistungen müssen vom Kanton per Leistungsvertrag eingekauft werden. HSK vereinbart neu pro Tagesklinik-Typ entsprechende Tarife (Halbtages- oder Tagespauschale) und möchte, dass diese transparent elektronisch in Rechnung gestellt werden (Anwendung des Tariftyp 003). Die Kosten für die abgegebenen Medikamente sowie für Laboranalysen sind inskünftig nicht mehr in der Pauschale enthalten beziehungsweise zusätzlich gemäss den jeweiligen Einzelleistungstarifen verrechenbar.


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​Ambulante Suchtprogramme

HSK schliesst mit zugelassenen Leistungserbringern bei Interesse Verträge für ambulante Suchtprogramme unter den folgenden Voraussetzungen ab:

  • Es werden ausschliesslich die ärztlichen Leistungen gemäss Anhang 1 KLV, Ziffer 8 als Tagespauschale pauschalisiert.
  • Die Kosten für die Laboranalysen sind nicht in der Pauschale enthalten beziehungsweise zusätzlich gemäss AL verrechenbar.
  • Die Kosten für die abgegebenen Medikamente sind nicht in der Pauschale enthalten beziehungsweise zusätzlich gemäss SL (Pharmacode/Preis) verrechenbar.
  • Interkurrente, somatische und psychiatrische Behandlungen oder Leistungen ausserhalb Anhang 1 KLV, Kapitel 8, beziehungsweise welche nicht bereits in der Pauschale enthalten sind und nicht mit der Suchterkrankung in direktem Zusammenhang stehen, sind unter Angabe der Eintrittsdiagnose sowie in den jeweiligen Einzelleistungstarifen verrechenbar.

HSK ist gesetzlich nicht verpflichtet im Rahmen der ambulanten Suchtprogramme Pauschalverträge zu vereinbaren, denn es gibt vorhandene Einzelleistungstarife für die Verrechnung dieser Leistungen.

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Home-Treatment-Programme

Home-Treatment-Programme stellen in einigen Regionen ein neues, innovatives Angebot für akut psychisch erkrankte Patienten zur Verkürzung oder als Ersatz stationärer Behandlungen dar.

Die Behandlung im sogenannten «Home Treatment» hat den Vorteil, dass Patienten auch in einer akuten Phase in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Dadurch können die Behandlungen durch ein multiprofessionelles Behandlungsteam individuell auf die einzelnen Bedürfnisse angepasst werden. Mit dem «Home Treatment» lassen sich überdies die Angehörigen besser miteinbeziehen.

Home Treatment richtet sich an erwachsene Patienten, die an einer akuten psychischen Erkrankung leiden. Ausschlusskriterien sind vielerorts akute Selbst- oder Fremdgefährdung, fehlende Absprachefähigkeit oder eine Abhängigkeitserkrankung als hauptsächlicher Behandlungsanlass.

HSK hat im Rahmen von kantonalen Projekten Home Treatment Verträge mit den folgenden psychiatrischen Kliniken vereinbart:

Ihr direkter Kontakt

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Caroline Gross

Verhandlungsleiterin | Tarifmanagerin Psychiatrie
T +41 58 340 63 56
c.gross