Einkaufsgemeinschaft HSK AG
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Vorteile des datenbasierten Verhandelns

Eine Datenauswertung dient der Einkaufsgemeinschaft HSK nicht nur vor einer Verhandlung zur Bestimmung des Tarifniveaus. Mit Hilfe einer nachgängigen Datenanalyse kann ebenso die Kostenentwicklung in Folge des verhandelten Tarifes bewertet werden.

Grundlage einer jeden Kostenanalyse ist die vorgängige korrekte Zuordnung der Kosten zu einem festgelegten Tariftyp. HSK legt daher grossen Wert darauf, neben der Tarifhöhe auch den zugehörigen Tariftyp und die Positionsziffer vertraglich festzuhalten.

Als Beispiel soll hier die Auswertung der Kostenvolumina der Jahre 2015 und 2016 im Bereich der ambulanten TARMED Pauschalen dienen. Darunter fallen zusammengefasste, ärztliche Leistungen, die nicht einzeln sondern als Leistungspaket vergütet werden wie zum Beispiel Katarakt- und Arthroskopieoperationen sowie Tages- bzw. Wochenpauschalen in der Suchtbehandlung. Der Vergleich der beiden Jahre zeigt eine Kostensteigerung von nahezu 26 %.

Vergleich der Kostenvolumina der Jahre 2015 und 2016

Vergleich der Kostenvolumina der Jahre 2015 und 2016

Um diesen auffälligen Wert begründen zu können, müssen tiefergehende Analysen durchgeführt werden. Dazu gehört zum Beispiel die Beantwortung folgender Fragen:

  • Ist eine Leistungsart allein für die Steigerung verantwortlich? Wenn ja, welche?
  • Ist ein Leistungserbringer stärker betroffen als andere?
  • Gibt es administrative oder gesetzliche Gründe für die Kostensteigerung?

Durch die weiteren Analysen lässt sich in diesem Fall feststellen, dass der grösste Kostenanstieg im Suchtbereich liegt. Der Grund hierfür ist einfach zu finden, denn HSK hat, zeitgleich mit ihrer Gründung, ab 2016 neue Verträge mit den entsprechenden Institutionen geschlossen.

Erst in diesen neuen Verträgen wurde der besagte Tariftyp, aufgenommen. Das heisst, die bislang angefallenen Kosten im Suchtbereich wurden bis 2015 anders verbucht. Unweigerlich muss eine Auswertung nach dem Tariftyp gemäss den neuen Verträgen für das Jahr 2015 geringere Kosten aufweisen.

Die Analyse der "Top–Leistungserbringer", also derjenigen mit der höchsten Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, ist nur zum Teil erklärbar. So sind bei einem Leistungserbringer gesetzliche Änderungen, wie die Neuaufnahme von Untersuchungsmethoden in die Krankenpflegeverordnung, zur Begründung heranzuziehen.

Bei einem weiteren Leistungserbringer mit anderem Leistungsspektrum liegen hingegen weder administrative noch gesetzliche Änderungen vor. Daher ist bei ihm die Kostensteigerung vermutlich eher der mengenmässigen Ausweitung der Leistung zuzuschreiben, das heisst der Leistungserbringer führte 2016 im Bereich der ambulanten TARMED Pauschalen eine deutlich höhere Anzahl an Operationen als 2015 durch. In Folge wäre es sinnvoll, zusammen mit dem Leistungserbringer diese Situation und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Dieser Fall zeigt, dass nachgängige Datenanalysen nicht nur hilfreiche Mittel sind um mehr Transparenz bei medizinischen Leistungen zu erreichen, sondern auch um mehr Wettbewerb im Leistungseinkauf zu schaffen. Durch eine solide Datenbasis ist es der Einkaufsgemeinschaft HSK unter anderen möglich, wie im oben beschriebenen Fall, Begründungen für die auffällige Kostensteigerung zu finden.

Durch diese Kompetenz können allfällige Konsequenzen gezogen oder auch Massnahmen ergriffen werden. So ist es möglich, dass beispielsweise Neuverhandlungen ausgelöst oder Vertragsunterschiede sichtbar werden. Verhält sich ein Leistungserbringer nicht vertragskonform kann auch dieses Verhalten in der Auswertung aufgedeckt werden.

Ihr direkter Kontakt

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Claudia Ludwig

Verhandlungsleiterin
T +41 58 340 71 51
c.ludwig